wie wunderbar. Ich habe manchesmal ein schlechtes Gewissen, wenn ich bei meinen Hunden nachgiebig bin. Frage mich bei Kunden oft, ob ich richtige Impulse setze. Ja, es ist so: ich muss ihnen Impulskontrolle beibringen und all die Dinge, die uns den Alltag erleichtern. Aber!!!!!!!!!! ich bin nicht immer konsequent.

bei rundum-ostalb gefunden
Zu Weihnachten, dem Fest der Liebe und des Schenkens, noch was zum Nachdenken für uns Hundebesitzer:
BETTELN
oder:
WIE KÖNNEN WIR ES WAGEN!
Manchmal gönnen wir uns was…. Ob es der Burger mit Pommes, die Tafel Schokolade, das Glas Rotwein ist oder einen Nachmittag auf der Couch zu verbringen, 3 Serien Netflix hintereinander zu schaun und nebenbei auch noch durch Instagram und Facebook zu scrollen. Wir lassen es uns gut gehen, weil wir es können, weil wir die Kontrolle über all diese verlockenden, wenn auch nicht immer ganz gesunden oder vernünftigen Dinge haben. Wir verwöhnen uns selbst.
Oft ganz bewusst, das Leben ist ja hart genug zu uns, manchmal aber wohl auch nur, weil wir schwach wurden, uns nicht beherrschen konnten, die Verlockung, das Verlangen einfach zu groß war.
Auch unsere Hunde haben Verlangen nach angenehmen Dingen. Nach der Pizza, die wir gerade genüsslich verspeisen, nach dem bequemen Platz neben uns auf dem Sofa, nach dem Lieblingsspielzeug, das oben auf dem Schrank liegt.
Dann schaun sie uns an, mit Sehnsucht im Blick, davon träumend, dass doch etwas abfallen möge von der Pizza, dass wir sie einladen, heraufzusteigen auf den eigentlich verbotenen Platz, dass wir Zeit opfern und mit ihnen spielen. Vielleicht fiepen sie sogar ein klein wenig, tapsen uns mit der Nase oder Pfote an… sie „betteln“…. Wie können sie es nur wagen – wir Menschen sind empört, entsetzt über diese Unerzogenheit, diese Dreistigkeit!?
Sie sollen höflich sein, ihre Triebe kontrollieren, entgegen ihrer Natur, sich in Impulskontrolle und Frustrationstoleranz üben….
Wie können sie es nur wagen, hoffnungsvoll zu sein, dass wir weichherzig und freigiebig sind, wie können sie es wagen, darüber zu phantasieren, dass wir ein bisschen von unseren überreichlichen, überschwänglichen, übermäßig zugänglichen Freudenquellen, die wir uns so selbstverständlich, so ganz ohne Impulskontrolle, zugestehen, mit ihnen teilen würden?!
Ehrlich? Warum erwarten wir von unseren Hunden so viel mehr als von uns selbst?
Wie können WIR es wagen, die Macht, die wir über unsere Hunde ausüben, dazu zu nutzen, uns zu weigern, die Dinge, die uns Spaß machen, mit ihnen zu teilen? Wie können WIR es wagen, sogar noch sauer auf sie zu sein, weil sie darauf hoffen, dass wir es tun?
Was würde denn passieren, wenn wir ihnen nachgeben, wenn wir uns auf ihr Bitten hin bereit erklärten, ein kleines Stückchen Freude mit ihnen zu teilen?
Ja, vielleicht wächst dann ihre Hoffnung, dass wir das nächste Mal genauso reagieren, vielleicht werden sie uns noch bittender ansehen, möglicherweise sogar fordernd auftreten.
Freilich wollen wir einen wohlerzogenen Hund, der nicht fordert und nervt. Natürlich ist Impulskontrolle eine Tugend, die Hunde lernen sollten, wie wir Menschen übrigens auch 😉. Aber man muss nicht immer so verdammt hart und konsequent sein – zu uns selbst sind wir es oft ja auch nicht….
Wir wäre es, wenn wir sie vor uns füttern, damit sie satt sind und das Verlangen nicht mehr so groß ist?
Vielleicht schaffen wir auch ein Ersatzritual, sie bekommen künftig ihren täglichen Kauartikel genau dann, wenn wir es uns auch gut gehen lassen? Vielleicht legen wir eine Decke auf die Couch, die sich waschen lässt, und laden unsere Hunde ein, hierauf bei uns zu liegen. Vielleicht haben wir künftig auch einfach mehr Verständnis für ihre unerfüllten Bedürfnisse und tadeln oder verurteilen diese nicht mehr so harsch. Denn unsere Hunde gehören zu uns, sie haben sonst niemand, auf den sie hoffen dürfen, dass er ihre Wünsche ernst nimmt und ihnen abgibt von seinem wonnevollen Überfluss…..
( nach einer Idee von Kelly Duggan )